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Jungfreisinnige gegen flächendeckende Tempo-30-Zonen
17. Januar 2009
Die Jungfreisinnigen Uster beschliessen die Nein-Parole zur flächendeckenden Einführung von Tempo-30-Zonen auf Usters Quartierstrassen

Am 8. Februar wird in Uster über die flächendeckende Einfü h rung von Tempo-30-Zonen abgestimmt. Dafür sind bauliche Massnahmen im Umfang von knapp 2,2 Millionen nötig. Diese Umsetzung ist zwar verhältnismässig koste ngünstig, doch bleibt die Frage nach dem eigentlichen Problem, das eine solch drastische Lösung verlangt.
Die wesentlichen Argumente der Befürworter lauten, höhere Sicherheit auf den Strassen und weniger Unfälle. Sind die mangelnde Verkehrsicherheit und die häufigen Unfälle das Problem? Die Unfallstatistik belegt, dass es in den letzten Jahren auf den Quartierstrassen von Uster keine Unfälle gegeben hat, die mit Tempo 30 hätten verhindert werden können. Auch die Wohnqualität wird in den Quartieren mit der flächendeckenden Einführung von Tempo 30 kaum gesteigert. Einerseits werden die Quartierstrassen auch weiterhin als Schleichwege benutzt, da der Zeitaufwand für die Befahrung mit Tempo 30 nur minimal zunehmen wird. Andererseits sind bereits heute viele Quartierstrassen aufgrund der kurzen Strecke oder den vorhandenen Hindernissen nur mit Tempo 30 befahrbar.
In Tempo-30-Zonen gilt gesetzlicher Rechtsvortritt. Es gibt in diesen Zonen keine Fussgängerstreifen. Fahrzeugähnliche Geräte – Kickboards, Roller Blades etc. – sind auf der Fahrbahn erlaubt. Regeln, die bezüglich Vortritt Unsicherheit hervorrufen. Kinder können nicht mehr genügend für die Gefahren des Verkehrs sensibilisiert werden, da die Fahrbahn zum Spielplatz und zum Fussgängerstreifen wird. Somit würden flächendeckende Massnahmen an vielen Stellen Gefahrenpotential hervorrufen anstatt dieses zu beseitigen.
Auf Usters Strassen existieren keine Probleme, die eine Lösung verlangen, welche den Steuerzahler 2,2 Millionen kostet. Im Gegenteil, mit der Einführung von flächendeckenden Tempo-30-Zonen entsteht Potential für neue Gefahren. Anstelle einer „Giesskannen-Lösung“ würden neuralgische Zonen mit punktuellen Eingriffen effektiver und kostengünstiger entschärft. Die Jungfreisinnigen Uster schlagen deshalb vor, am 8. Februar die "Genehmigung eines Rahmenkredits von 2 150 000 Franken (inkl. MwSt.) für die Einführung von Tempo-30-Zonen flächendeckend in den Wohnquartieren" abzulehnen.
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